Das duale [lat. dualis, zu: duo = zwei] Studium in Deutschland ist eine Hochschulausbildung mit gleichzeitig stattfindender Berufsausbildung. Damit besitzt das duale Hochschulstudium im Gegensatz zur klassischen Hochschulausbildung einen stärkeren Praxisbezug. Während einerseits an der Hochschule (auch Akademie) theoretische Inhalte gelehrt werden, findet andererseits die Umsetzung dieses Wissens, die Praxis, im Betrieb bzw. Ausbildungsstätte statt. Dabei befindet sich die Hochschule mit dem Ausbildungsbetrieb in enger Kooperation hinsichtlich Lerninhalte und deren Umsetzung.
Ähnlich wie bei der klassischen Berufsausbildung besteht ein vertragliches Ausbildungsverhältnis zwischen dem Ausbildungsbetrieb und dem Studierenden. Dazu zählt auch eine entsprechende Ausbildungsvergütung, die je nach Unternehmen und Branche unterschiedlich ausfällt. Die Bewerbungsmodalitäten sind vergleichsweise streng und beinhalten neben Einzelgesprächen auch mehrere Assessment-Center.
Die Vorteile eines dualen Studiums (z.B. eines dualen Studiums Eventmanagement) liegen klar auf der Hand. Neben der Möglichkeit einen akademischen Grad zu erlangen, erhält der Studierende die Möglichkeit sich einen von den Kammern angerkannten Ausbildungsberuf zu erarbeiten und dies unter relativ guten Studienbedingungen. Ferner erhalten Studierende eine Ausbildungsvergütung über das ganze Studium hinweg und durch den starken Praxisbezug, die von der Berufswelt so stark geforderte Berufspraxis.
Doch wo Licht ist, fällt auch Schatten! Der Preis dieser Vorteile bezahlt der Studierende meist mit einer stärkeren Praxisnähe und die dadurch verbundene mangelnde Wissenschaftlichkeit. Die Vergütung, die einen Studierenden die finanzielle Freiheit gewährt, führt in der Regel zur einer starken Bindung an das ausbildende Unternehmen. Auch das Privatleben der Studierenden kann unter der doppelten Belastung stark leiden und vorzeitige Studienabbrüche verursachen.
Grundsätzlich ist ein duales Studium ein gutes Instrument theoretische Grundlagen in einer relativ kurzen Zeit in die Praxis umzusetzen. Was dabei aber von den Studierenden gefordert wird, ist ein hohes Maß an Belastungsfähigkeit und Eigenmotivation.
Foto: © D.aniel – Fotolia.com



Letzte Kommentare