Täglich schlägt es unzählige Touristen und Reisende nach München. Viele sind auf der Suche nach den Sehenswürdigkeiten der Stadt. So zieht es die Leute immer wieder zum Hofbräuhaus, dem Viktualienmarkt oder den Marienplatz. Dabei hat München noch ganz andere Seiten zu bieten.
Diese zu erkunden und zu entdecken kostet jedoch den Leuten einfach zu viel Zeit, aus diesem Grund belässt man es meist beim üblichen Standartprogramm. Dabei hat München noch einiges mehr vorzuweisen. An eine Sache, zu der eigentlich jeder einen Bezug hat, denken die wenigsten: Drehorte. Seit dem Kriegsende entwickelte sich die bayrische Landeshauptstadt immer mehr zu einem deutschen Hollywood. Aufgrund dessen, dass Berlin geteilt war und gerade das weltbekannte Studio Babelsberg als DEFA-Filmstudio in der Deutschen Demokratischen Republik genutzt wurde, musste man in der Bundesrepublik Deutschland nach München ausweichen, um Filme oder Serien zu drehen. Der Filmstandort München wird mittlerweile wieder durch Berlin streitig gemacht, interessante Produktionen werden hier aber noch immer gedreht. Außerdem existieren die Schauplätze, die im letzten Jahrhundert in München als Kulisse für Filme und Serien gedient haben, noch immer.
Wenn die Touristen in München etwas in dieser Richtung sehen möchten, dann besuchen sie in der Regel das Gelände der Bavaria Filmstadt. Dort gibt es viele Attraktionen und Filmkulissen zu sehen, die spannend und faszinierend sind. Man erfährt vieles über Werke wie “Die unendliche Geschichte”, Bully Herbigs “Periode 1″ oder “Das Boot“. Doch mit der Stadt München haben diese Sachen eigentlich kaum etwas zu tun. Schließlich handelt es sich meistens bei den Filmen um Studioproduktionen, die natürlich auch ihre Vorteile und Berechtigung haben, doch die Serien und Filme, die das Flair der Stadt und der jeweiligen Zeit konservierten, sucht man hier vergebens.
Ein recht aktuelles Beispiele ist dabei der Film “Sophie Scholl – Die letzten Tage” aus dem Jahr 2005. Gedreht wurde er an Original-Schauplätzen an der Universität in München. Ein weiteres Beispiel aus den letzten Jahren ist Marcus H. Rosenmüllers “Wer früher stirbt ist länger tot”, der zum Teil am Hauptbahnhof oder im Tal gedreht wurde. Zahlreiche weitere Klassiker haben der Stadt ein filmisches Denkmal gesetzt. Zum Beispiel Helmut Dietls “Münchner Geschichten”, das zum Großteil im Lehel spielt. Der Stadtteil Haidhausen diente dagegen als Kulisse für “Die Hausmeisterin” mit Veronika Fitz. In Schwabing wohnte dagegen der Monaco Franze, unvergesslich verkörpert von Helmut Fischer, zusammen mit seinem “Spatzl”. Wer hat nicht gerne “Meister Eder und sein Pumuckl” geschaut? Die Werkstatt ist unvergessen. Und unzählige Szenen sind an der Isar, in Haidhausen und im Lehel entstanden. Alt-Münchner Aufnahmen, die heute immer mehr aus dem Stadtbild verschwinden – aber sie gibt es noch! In Schwabing entstanden außerdem Klassiker wie “Der Bastian” mit Horst Janson oder “Zur Sache, Schätzchen” mit Uschi Glas. Auch brisante Filme wie “Der Schulmädchen-Report”, “Hausfrauen-Report” oder “Jagdrevier der scharfen Gemsen” wurden dort gedreht. Wenn man aufmerksam ist, dann kann man sogar das alt-ehrwürdige Mommsen-Gymnasium entdecken. Dort trieb iHansi Kraus als Pepe Nietnagel in der Filmreihe “Die Lümmel von der ersten Bank” ab den späten 60er Jahren sein Unwesen und machte so manchen Lehrern das Leben schwer. Auch Peter Alexander und Heintje haben diesen Filmen – in München – mitgespielt.
Das alles sind nur einige von vielen Beispielen. München hat sehr viel zu bieten, gerade was die Filmlandschaft angeht. Von Derrick, über den Alten oder Tatort bis hin zu den Weißblauen Geschichten mit Gustl Bayrhammer. Zu entdecken gibt es vieles. Und seit kurzem gibt es auch eine Möglichkeit, ohne großen Aufwand und ohne viel Recherche individuell die Drehorte besichtigen zu können, die man möchte. Auf der Webseite www.drehorte-muenchen.de bietet ein Experte für Münchner Filme und Serien Führungen durch die Stadt an. Dabei zeigt er Ihnen nicht nur die gewünschten Schauplätze, sondern erzählt Ihnen Anekdoten und Geschichten zu den Drehs und den einzelnen Schauspielern. Auch mit Bildmaterial ist er gut versorgt. Auf seiner Webseite findet man sämtliche Kontaktdaten. Im Rahmen eines fairen Preises hat man die Möglichkeit, München von einer ganz anderen Seite kennen zu lernen und zu seinen Lieblingsfilmen und Lieblingsserien Dinge zu erfahren, die zum Teil bisher weder in Publikationen, noch im Rundfunk erwähnt wurden.
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